ADZ  - Akademie für

Demokratie- und Zukunftsfragen

 

 

 

 

 

 

 

 

Start

Ziele der Akademie

Gesellschaftliche Entwicklung

Konzept für Bürgerbewegungen

Bürgerinitiativen-Netzwerk mit Quellenangaben

Marktwirtschaft heute

Kriterien für Gemeinwohl

Vortrag des Verfassers

Auswertung Solikon 2015

Offene Briefe

Welche Partei würdest Du wählen?

Hilferuf von avaaz

E-Mail von foodwatch

Vorschlag von campact

Empört euch - als PDF hier

Antrag an Bundesverfassungsgericht und Petitionsausschuss des Bundestages

50 Anleitungen zum Bürgerprotest

Wer rettet wen?

Korruption

Geld regiert die Welt

Solidarische Ökonomie - Venezuela

Wem gehört Deutschland eigentlich?

Flüchtlingsproblematik

Arbeitsplätze

Der Nachrichtenspiegel zur aktuellen Politik

 

 

 

Von campact unter  http://blog.campact.de/2014/06/bad-bank-bad-idea-anleitung-fuer-das-perfekte-pr-desaster/

Bad Bank? Bad Idea! Anleitung für das perfekte PR-Desaster

Du leitest einen Großkonzern, der Milliarden auf Kosten von Mensch und Natur verdient? Du möchtest in die Medien? Und du fragst Dich, wie Du den perfekten PR-GAU inszenierst – getreu dem Motto “Jede Nachricht ist eine gute Nachricht”? Oder Du hast ein politisches Ziel, dass Du auf keinen Fall erreichen willst? Du hast Glück: Die Stromkonzerne zeigen, wie es geht!

In 7 Schritten zum PR-Desaster:

1.      Klage gegen eine demokratische Mehrheitsentscheidung, weil sie Deine Millionenprofite in Frage stellt! Ob Du wirklich schlimm betroffen bist, ist völlig egal. Nutze dabei nach Möglichkeit ein dubioses internationales Schiedsgericht, das keiner kennt und das sich hauptsächlich als Geschenk-Ausgabe-Stelle für Großkonzerne versteht. (Kleiner Tipp: Das Thema Atomkraft eignet sich hervorragend, um schnell Aufmerksamkeit zu erzeugen!)

2.      Mach einen saudreisten “Vorschlag” und nutze die Klage, um die Regierung zu erpressen. Spiele diese Idee geschickt über die Medien. Der Spiegel kann die Aufregung zum Beispiel schnell maximieren.

3.      Such Dir einen abgehalfterten noch-EU-Kommissar, der die Erpressung dankbar annimmt und Deine Bedingungen vollständig akzeptiert. Auch wenn der wahrscheinlich jeden Blödsinn für sinnvoll hält, verleiht das dem “Vorschlag” doch etwas mehr Gewicht.

4.      Versuch zu erreichen, dass die Kanzlerin sich gerade so weit wie nur eben nötig von dem “Vorschlag” distanziert und – das ist bei ihr gar nicht so schwer, wie man denken könnte – so rumlaviert, dass alles möglich bleibt. (Profi-Tipp: Besonders gut funktionieren solche Dementis, wenn die Regierung erst behauptet, sie wüsste von nichts, und später einräumen muss, dass bereits seit ein paar Monaten über Deinen “Vorschlag” diskutiert worden ist!)

5.      Versuch über die ZDF Heute Show eine Spendengala für mittellose Konzerne zu lancieren! (Wenn das gelingt, hast Du es fast geschafft.)

6.      Sei Dir sicher: Auf die Mitarbeit der Bürger/innen ist Verlass, wenn man sie braucht. Innerhalb weniger Tage sind die sozialen Netzwerke voll mit Häme und Spott über Deinen “Vorschlag”. Hier musst Du gar nichts weiter tun, alles was Du brauchst ist ein wenig Facebook und Twitter.

7.      Lehn Dich zurück und schau, wie die Unterschriften eintrudeln! Oft ist es möglich, in nur wenigen Tagen mehr als 150.000 Unterschriften gegen Dich sammeln zu lassen. Über Organisationen wie Campact können Bürger/innen innerhalb kurzer Zeit mithelfen, den politischen Diskurs zu drehen – so wird aus Deinem schönen “Vorschlag” das perfekte PR-Desaster.

Jetzt wo Du weißt, wie es funktioniert – wie wäre es, wenn Du dieses Wissen jetzt gleich mit der Welt teilst? Wäre doch schade, wenn dieses Erfolgs-Geheimnis nicht die Runde macht. Zumal die Stromkonzerne sich bestimmt riesig freuen, wenn ihre Leistungen tausenden Menschen zu Ohren kommen – über Facebook, Google+ oder Twitter ;)

Du glaubst nicht, dass das funktioniert? Die Stromkonzerne haben mit ihrem Vorschlag zu einem Atom-Deal vorgemacht, dass es so einfach ist. Sie klagen gegen den Atomausstieg, und wollten diese Klagen nutzen, um der Gesellschaft die Atom-Altlasten aufzuhalsen – quasi eine Bad Bank für die Atomwirtschaft – und sind dabei, wie sie selbst zugeben, grandios gescheitert. Die Wirtschaftswoche berichtete letzte Woche von einer Telefonkonferenz der Konzernchefs. Die Manager kamen demnach zu der Einschätzung:

Die Presse sei „sehr kritisch“ gewesen, die Reaktion in den sozialen Medien gar „verheerend“, ein regelrechter „Shitstorm“. […] Die Runde entschied mehrheitlich, die Debatte nicht weiter zu befeuern und stattdessen alles auszusitzen und abzuwarten. „Es wird die Erwartung/Hoffnung geäußert, dass sich das Thema medial in den nächsten Tagen erledigt“, heißt es in dem Kurzprotokoll der Schaltkonferenz, von dem die WirtschaftsWoche erfuhr.

Im Ernst: Die Energiekonzerne werden weiterhin versuchen, sich aus der Verantwortung zu stehlen. Klar ist aber auch: Der bisherige Diskussionsverlauf hat die Konzerne in eine denkbar ungünstige Lage gebracht, um politische noch Erfolg zu haben. Die inzwischen mehr als 160.000 Unterschriften unter unseren Appell an Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und die Regierung haben großen Anteil daran. Aus dem Umweltministerium erreicht uns heute die Antwort auf unseren Appell:

Die Verantwortung für den sicheren Auslaufbetrieb der Kernkraftwerke, die Stilllegung und die Zwischenlagerung der radioaktiven Abfälle liegt bei den Energieversorgungsunternehmen. Diese haben uneingeschränkt sämtliche Kosten der Stilllegung sowie der Entsorgung zu tragen. […] Nach dem geltenden Verursacherprinzip liegt die volle Kostenverantwortung bei den Unternehmen. Dabei muss gewährleistet sein, dass die erforderlichen finanziellen Mittel im Bedarfsfall zur Verfügung stehen. Entsprechend dem Koalitionsvertrag wird die Bundesregierung über die Umsetzung dieser rechtlichen Verpflichtungen mit den Energieversorgungsunternehmen Gespräche führen.

Auch wenn das Thema noch nicht vom Tisch ist, klingt das hier nicht so, als hätten die Konzerne es von jetzt an einfacher mit ihrem “Vorschlag”. Nun heißt es: Aufpassen, das der Atom-Deal nicht durch die Hintertür kommt. Wir bleiben dran!

 

 

 

 

Impressum/ Kontakt

 

Referenten- und Journalistenpool

 

Mitarbeiter gesucht

 

Literatur: